Teil 2: Reisen

Wie eine technologische Revolution Flughäfen und das Flugerlebnis in den 2020er-Jahren verändern wird

TOM wird von einem Google-Taxi abgeholt

: Der Flughafen der Zukunft: reibungslos bis zum Abflug

Ein Google-Taxi erwartet TOM (Traveller of the Millennium - Reisender des Jahrtausends) vor seinem Haus. Es sieht überhaupt nicht aus wie ein Taxi aus dem Jahr 2014.

Um es dem Fahrgast zu ermöglichen, von unterwegs mit Freunden und Familie zu skypen, ist es mit einem gesten — und sprachgesteuertem Internetzugang und einem 3D-Bildschirm ausgestattet, sodass er mit Freunden und Familie von unterwegs skypen kann. Die Fahrt zum Flughafen war daher noch nie so einfach und komfortabel.

Im Flughafen gibt es dank technologischer Fortschritte keine Warteschlangen mehr am Abfertigungsschalter. Diese sind längst überflüssig. TOM kann seine Tasche einfach an einem automatisierten Schalter — die überall in der Abflughalle zur Verfügung stehen — abgeben und mit einem einfachen Sprachbefehl an seinem tragbaren KI-System einchecken.

TOM gibt sein Gepäck auf, während er Essen bestellt

Führende Akteure der Luftverkehrsindustrie sind davon überzeugt, dass dieses Szenario im Bereich des Möglichen liegt. „Bis zum Jahr 2025 wird es möglich sein, dass Reisende mithilfe automatisierter, vom Smartphone bedienbarer Selbstbedienungstechnologien ihre Taschen bei McDonald's abgeben oder beim Kauf eines Starbucks-Kaffees einchecken“, sagt Patrick Yeung, CEO der Fluggesellschaft Dragonair.

In der Tat werden die Vorläufer dieser Technologie heute schon an einigen Flughäfen eingeführt. British Airways und Microsoft erproben gemeinsam individualisierte und vom Smartphone aktivierte, digitale Gepäcketiketten, die Papieretiketten, Tickets und Bordkarten überflüssig machen.

Das Gepäck ist mit einem digitalen Etikett versehen, das bereits die Fluginformationen enthält

Das digitale Etikett kann mit Fluginformationen und Gepäckzielort programmiert werden. Durch die Near Field Communication Technologie kann es dann einfach eingescannt und versendet werden.

Dieselbe Technologie ermöglicht es TOM, sein Gepäck mithilfe seines Smartphones zu verfolgen, es kinderleicht auf dem Gepäckband zu finden oder es aus der Vogelperspektive zu beobachten, während es durch den Flughafen transportiert wird.

„Aber das ist nur die Spitze eines wirklich faszinierenden technologischen Eisberges“, sagt der Mitbegründer des The Future Laboratory, Martin Raymond. „Wir sind Zeugen der Geburt des sogenannten „Internet der Dinge“, mit dem mehr und mehr Geräte - laut Cisco 50 Milliarden – Zugang zum Internet und anderen Geräten haben werden. Und damit meine ich auch Kleidungsstücke, Zubehör, Kühlschränke und sogar Zahnbürsten und Koffer.“

Smart Tablet für den Check-in am Flughafen

„Das bedeutet, dass Etikett-Systeme Ihr Telefon, Hotel, zu Hause oder Ihren Koffer im selben Gerät etikettieren, sodass Ihr Hotel weiß, wann sie Toilettenartikel benötigen. Ihr Kühlschrank weiß, wann Lebensmittel nachbestellt werden müssen und Ihre Waschmaschine den Ökowaschgang so einstellt, dass all Ihre Sonnencremeflecken auch garantiert aus Ihren Kleidern herausgewaschen werden.

Smart Tags sind dabei erst der Anfang. Die Fast-Travel-Initiative von All Nippon Airways bietet seinen Kunden schon heute Tablets zum schnelleren Einchecken bevor sie durch den Sicherheitsbereich gehen.

In den Flughäfen London-Heathrow und Frankfurt wurde das Bluetooth-Produkt iQueue eingeführt. Es soll dazu beitragen, das Verhalten der Passagiere besser zu verstehen und Engpässe zu vermeiden. iQueue überwacht Warteschlangen, Verweilzeiten und die mit ihnen verbundene Dienste.

Unsere Experten dehen davon aus, dass Passagiere - sollten sich solche Systeme durchgesetzt haben - diese Daten einfach durch eine App abrufen und analysieren können. Das alles vereinfacht es, die Reisezeit optimal zu planen.

TOM checkt an einem Selbstbedienungsschalter ein

Am Flughafen Incheon in Seoul, Südkorea kann man an einem Selbstbedienungs-Schalter ganz einfach in drei Minuten bei acht verschiedenen Fluggesellschaften an ein und demselben Schalter einchecken. In der Flugabfertigung wird es bald ein biometrisches Immigrationssystem mit Gesichtserkennung geben, sodass man keine Bordkarte, sondern nur noch einen maschinell lesbaren Pass benötigt.

Das sind für viele Branchenexperten lediglich die ersten Schritte eines Prozesses, der bis zum Jahr 2024 zu einer vollautomatisierten Flughafeninfrastruktur führen wird, die von TOM — dem Reisenden des Milllenniums - gerne in Anspruch genommen wird.

Der Geschäftsführer von Airbiz, Greg Fordham, drückt es so aus: „In fünf Jahren werden keine menschlichen Angestellten am Flughafen mehr benötigt.“

„Der Passagier hat mit dem vollständig automatisierten Vorgang die komplette Kontrolle und ein qualifiziertes mehrsprachiges Team kann sich auf die Passagiere konzentrieren, die wirklich Hilfe benötigen.“

„Das automatisierte Selbstbedienungssystem wird darüber hinaus fast alle Warteschlangen beseitigen, indem sich die Reisenden in einem gemeinsamen Bereich selbst abfertigen und somit die Reisezeit verkürzen.“

Viele dieser Technologien werden in der Abflughalle T4 des Flughafens Singapur Changi, die 2017 eröffnet wird, bereits verwendet werden. Biometrische Scans, Selbstbedienungsabfertigung und digitales Einsteigen sind nur einige der bereits geplanten Neuerungen. Außerdem sind virtuelle Portiers und Verkaufsräume, die Ihnen den Einkauf direkt nach Hause liefern, geplant.

Passagiere und Gepäck werden von einem Laser-Molekular-Scanner im Sicherheitsbereich überprüft

„Pässe werden durch biometrische Ausweise ersetzt. Sie stufen Reisende nach ihrem Sicherheitsrisiko ein, ermöglichen ihnen schnell durch die Sicherheitskontrollen zu kommen und sparen somit viel Zeit beim Transit und Einsteigen“, prognostiziert Dr. Ian Yeoman.

Gesichtserkennungssoftware wird verwendet um auf gestresste Passagiere mit Kindern (zur schnelleren Bearbeitung), Passagiere mit Schmuggelware (zum Verhör) oder Passagiere, die ein Sicherheitsrisiko am Flughafen oder im Flugzeug darstellen, aufmerksam zu machen.

Passagiere und Gepäck werden von einem Laser-Molekular-Scanner im Sicherheitsbereich überprüft

Gepäck muss nicht mehr umständlich geröntgt werden. Eine neue Generation von molekularen Laserscannern durchleuchtet Passagiere und ihre Taschen in weniger als einer Sekunde, sobald sie den Sicherheitsbereich betreten.

Molekulare Körperscanner von Genia Photonics können die Reisenden aus einer Entfernung von bis zu 50 Metern scannen. Das bedeutet sie können alle Passagiere erfassen und nicht nur eine bestimmte Auswahl davon. Sie sind außerdem 10 Millionen Mal schneller als herkömmliche Scanner und werden derzeit schon beim US-Ministerium für innere Sicherheit getestet.

Time Tower am Flughafen in Los Angeles

: Der Flughafen der Zukunft: Entstehung von „Aerovilles“

Nachdem er die stressfreie Sicherheitskontrolle und Gepäckabfertigung des Jahres 2024 passiert hat, kann TOM sich in der Abflughalle entspannen. Diese ist eine reine Wohlfühloase und bietet alles, um den Transfer in einen angenehmen Teil des Urlaubserlebnisses zu verwandeln.

Melissa Weigel, Leiterin der Multimedia-Abteilung bei Moment Factory - einem Multimedia-Design-Studio - das den Flughafen Los Angeles vor kurzem umgestaltet hat - stellt fest: „Im Moment fühlen sich Flughäfen an, wie der Preis, den wir fürs Reisen bezahlen müssen. Wir fühlen uns eingesperrt und können es kaum erwarten ihnen zu entkommen.“

„Bald schon werden Flughäfen jedoch zu einem wesentlichen Teil unseres Urlaubserlebnisses werden. Ein Ort, an dem wir gern Zeit verbringen. Flughäfen werden Reisenden ein besseres Wohlgefühl verleihen. Sie werden atmosphärisch und optisch ansprechend gestaltet sein und nicht zuletzt durch die moderne Architektur eine positive Stimmung vermitteln.“

Das für seine Video-Darstellungen bekannte Unternehmen Moment Factory (z.B. Madonnas Welttournee 2012 & Super Bowl Show) lieferte multimediale und interaktive Inhalte für sieben uberdimensional große LED-Bildschirme an strategischen Orten in der Abflughalle in Los Angeles.

Zentraler Bestandteil der Darstellung war die viereckige, 22 Meter hohe Turmuhr, die sich um einen der Aufzüge windet. Das Trompe l’oeil zeigt unter anderem Videos im klassischen Hollywood-Stil. „Wir wollen mit ihm die Geschichte von Los Angeles erzählen“, erklärt Weigel.

TOM besichtigt die Kunstausstellung am Flughafen Schiphol in Amsterdam

Auf diesen Anzeigetafeln gibt es keine Werbung. Diese Anlagen sollen den Reisenden entspannen und nicht aufregen.

Wurden Flughäfen lange Zeit lediglich als Übergangszone betrachtet, so sind sie heute einer der besten Orte, um Kunst zu bewundern. Im Flughafen Singapur Changi befindet sich die größte bewegbare Skulptur mit dem Namen Kinetic Rain. Am Flughafen Amsterdam Schiphol findet man Meisterwerke aus dem Rijksmuseum.

Für Marion Witthøfft, der Commercial Excellence Managerin am Kopenhagener Flughafen, ist dieser Kunsttrend eine Folge ständig steigender Erwartungen der Passagiere. „Sie erwarten, dass ein Flughafen einwandfrei funktioniert, doch sie wollen mehr als nur Effizienz.“

Witthøfft will mit ihrem Flughafen „magische Momente“ schaffen. Passagiere sollen „etwas zu sehen bekommen, das sie so nicht erwarten“. Bewundernd spricht sie von den Errungenschaften der Moment Factory am Flughafen in Los Angeles: „Das nenne ich wirklich einen magischen Moment.“

TOM auf einer Freiluft-Terrasse am Flughafen

Der Wunsch nach weiträumigen, offenen Gebäuden inspiriert das Design neuer, aufregender sogenannter „Aerovilles“, die überall auf der Welt auftauchen und bereits 2024 die Norm sein werden.

Im Flughafen Singapur Changi erwarten den Besucher ein Schmetterlingsdach, ein fünfstöckiger Garten, Wasserfälle sowie ein Swimmingpool auf dem Dach. Immer mehr Flughäfen installieren Lüftungsanlagen und Auβenterrassen, sodass Reisende permanent frische Luft atmen, denn das ist laut Umfragen eines der Hauptanliegen für Reisende aus der ganzen Welt. Eine aktuelle Umfrage von Skyscanner besagt, dass 43% der Passagiere gerne einen Park im Freien oder einen Strand am Flughafen sehen würden.

Der neue internationale Flughafen in Kuwait wird2016 eröffnet und wird über das erste Fluggastterminal verfügen, das für seine kühlenden Wasserfälle und oasenartige Gärten mit dem goldenen Gütesiegel Energy and Environmental Design (LEED) ausgezeichnet wurde.

„In unserem Flughafen der Zukunft“, sagt Martin Raymond vom Future Laboratory, „kommen interaktive Anzeigen zum Einsatz, die mitwegweisenden Systemen oder virtuelle Animationen, den Passagier seinen eigenen Weg durch den Flughafen finden lassen. Diese Orte nennen die Experten schon jetzt „Experium“. Das sind Bereiche, zum Beispiel wie Einkaufszentren, öffentliche Areale und Shoppingmeilen, in denen Infografiken, Orientierungstechnologien und Geotagging dazu verwendet werden, alltägliche Reisen oder Transitbereiche in fantasievolle, interaktive Orte zu verwandeln.“

TOM kauft an einer Digitalen Shopping-Wand ein

Einkaufen und Essen gehen wird 2024 durch die Annäherung des „Transtailing“ – der neuen Form des Transiteinzelhandels - und einer Mischung aus physischen und digitalen Einzelhandelskonzepten, des sogenannten „Phygital“ umgestaltet werden.

Die aktuellen Schaufensterauslagen des Sportartikelherstellers Adidas und dem amerikanischen Modehändler Forever 21 können schon heute ganz einfach mobil erworben werden. Hierfür muss der Kunde lediglich mit dem Smartphone auf den gewünschten Artikel zeigen. Das gibt einen Ausblick darauf, wie der Flughafeneinzelhandel und die hiesige Gastronomie in Zukunft aussehen könnten.

Man stelle sich vor was passiert, wenn diese Objekte virtuell dargestellt werden oder durch eine haptische Schnittstelle oder einen Datenhandschuh virtuelle gefühlt und ertastet werden können, wie es Forscher bereits für die Gaming-Welt erproben. Fügt man nun noch die Technologie hinzu, die einem Objekt Gerüche entlockt, wie zum Beispiel den Ledergeruch eines Schuhs und man wird verstehen wie obskure Experimente des Forschungsgebiets „virtuelle Gerüche“ an der University of Agriculture and Technology in Tokio das virtuelle Einkaufserlebnis der Zukunft noch aufregender gestalten werden.

Der in Orlando, Florida auf der IEEE Virtual Reality Konferenz 2013 präsentierte Geruchs-Screen produziert zum Beispiel Gerüche, die aus bestimmten Teilen des Bildschirms zu kommen scheinen. Diese Technik könnte in Zukunft auch auf Schaufenstern oder in digitalen Shops zum Einsatz kommen.

Die virtuellen Lebensmittelwände der Supermarktkette Tesco wurden zunächst in U-Bahn- und Busbahnhöfen in Südkorea erprobt, bevor sie am Londoner Flughafen Gatwick eingeführt wurden. Mittlerweile sind sie auch von einigen Einzelhändlern im Flughafen Neu Delhi übernommen worden. Hier können Einkäufer QR-Codes mit ihren Smartphones scannen, um Luxusgüter einschließlich Parfüm, Schmuck, Kameras und Smartphones zu erwerben. In Frankfurt und einigen Flughäfen in China wird Ähnliches erprobt.

Interdisziplinäre Studios, wie die Think Big Factory gehen davon aus, dass schon in naher Zukunft große Flächen, wie zum Beispiel Wände und Fußböden im Abflugbereich eines Flughafens, komplett interaktiv sein werden.

TOM bewegt sich durch eine Umgebung, in der er mithilfe von interaktiver Software Essen oder andere Dinge mit einer Handbewegung oder einer Sprachanweisung bestellen und sich sicher sein kann, dass alles ganz schnell geliefert wird, egal wo im Flughafen er sich gerade befindet.

„Jede Sekunde im Flughafen wird wertvoll. Passagiere werden die immer verlockenderen Angebote der Gastronomie und des Einzelhandels genießen ohne ihre Zeit in langen Warteschlangen zu verbringen“, sagt Greg Fordham von Airbiz.

„Passagiere werden mehr Geld ausgeben und die Shopping-Bereiche an den Flughäfen werden ihnen ein unvergessliches Erlebnis bieten.“

TOM macht Yoga in einem virtuellen Pavillion am Flughafen

Nach einem kurzen Yoga Work-out im virtuellen Pavillon und einer Runde im Infinity Pool - mit einer von ihm gewählten Inselansicht - lässt TOM ganz entspannt sein virtuelles KI-System Lebensmittel von einer Einkaufswand bestellen. Seine Bestellung wird bereits zu Hause auf ihn warten, wenn er ankommt.

TOM macht Yoga in einem virtuellen Pavillion am Flughafen

Er teilt seinem digitalen Reisebegleiter mit, dass er Durst hat. Das intelligente Gerät bestellt ihm seinen Lieblings-Smoothie, der geliefert wird sobald er sich in einem - sich seiner Körperform anpassenden - Sessel zurücklehnt. Das Plätschern eines Wasserfalls und Vogelgesang umgeben ihn im Wald der Abflughalle.

Nun kann er sich ein wenig entspannen, bis ihm die Flughafensoftware mitteilt, dass sein Flug zum Einstieg bereit steht.

Das 3D-Hologram eines Flughafenmitarbeiters informiert TOM, dass sein Flug bereits auf ihn wartet

: Flüge der Zukunft

TOM erwacht aus seinem erfrischenden Nickerchen. Ein dreidimensionales Hologramm eines Flughafenmitarbeiters erscheint an seiner Seite, um ihm mitzuteilen, dass sein Flug nun zum Einstieg bereit steht.

Andere Hologramme, die von seinem tragbaren Gerät in seine Reisepläne eingebaut wurden, geleiten ihn von seinem Platz im Wald durch die Abflughalle bis zu seinem Gate.

Dieses Szenario aus dem Jahre 2024 ist schon heute ein fester Bestandteil neuer Flughafentechnologien. Holografische Sicherheitsexperten wurden programmiert, um Passagiere durch den Sicherheitsbereich zu führen und Warteschlangen sowie von unnötigen Leibesvisitationen verursachte Verzögerungen zu vermeiden.

Individuelle Leitsysteme werden ebenfalls bereits eingeführt. Eine Navigations-Smartphone-App leitet den Nutzer im Kopenhagener Flughafen auf dem einfachsten und schnellsten Weg von jedem beliebigen Punkt im Flughafen zu seinem Gate.

TOM im Flugzeug während einer 3D-Unterhaltung mit Freunden und Familie zu Hause

TOM schlendert in sein Flugzeug, denn dank der digitalen biometrischen Check-in-Software des Flughafens muss er seinen Pass und die Bordkarte nicht mehr vorzeigen.

Die Flugzeugkabine und -sitze haben sich im letzten Jahrzehnt grundlegend verändert. Der Sitz passt sich seiner Körperform an und die Smart-Kabinenbeleuchtung sorgt dafür, dass Jetlags der Vergangenheit angehören, indem sie wie das Smart Sleep System „Aura“ der Firma Withings, das Schlafhormon Melatonin abgeben.

In seinen Sitz sind eine individuelle Klimaanlage und eine holografische Kommunikations- und Unterhaltungseinrichtung eingebaut. Mit ihr kann TOM dreidimensionale Unterhaltungen mit Freunden und Familie führen sowie Filme und Musik abspielen.

Durch die in den Armlehnen des Sitzes eingebauten Lärmunterdrücker können die anderen Passagiere seine Unterhaltung nicht mithören. Mit Datenhandschuhen - die es zunächst nur in der Business Class geben wird - kann er seine Kinder umarmen, seine Frau küssen oder seinem Kollegen die Hand geben und die Berührungen fühlen.

TOM im Flugzeug während einer 3D-Unterhaltung mit Freunden und Familie zu Hause

„Diese Technologie gibt es bereits heute“, sagt Martin Raymond, „und auf Messen, wie der Consumer Electronics Show 2014 in Las Vegas, können Sie sich die zweite und dritte Generation dieser Geräte ansehen. Im Moment sind diese noch unglaublich teuer, siewerden jedoch günstiger, sobald sie auf dem Massenmarkt verfügbar sind.“

Da Passagiere im Laufe des nächsten Jahrzehnts mehr und mehr für ihre eigene Unterhaltung sorgen, werden Fluggesellschaften sie mit immer neueren und aufregenderen Technologien locken müssen.

Futuristisches Design eines Flugzeugs der Zukunft

Flugzeugkabinen werden in unterschiedliche Bereiche unterteilt für Passagiere, die sich erholen, mit anderen Passagieren Umgang haben möchten oder die eine bei der Flugbegleitung bestellte Mahlzeit einnehmen möchten. Die Stewardess kennt die Vorlieben des Reisenden ganz genau.

Diese überraschende Entwicklung ergibt sich aus den Fortschritten in der Flugzeugtechnologie und den Wünschen der heutigen Passagiere. Skyscanners Verbraucherumfrage ergab, dass kapselartige Schlafplätze ganz oben auf der Passagierwunschliste stehen. Außerdem besteht ebenfalls eine große Nachfrage nach einer Neugestaltung der Flugkabine, in der man standardmäßig gut schläft.

Diese Nachfrage inspirierte Flugzeughersteller Airbus zur Entwicklung einer Konzeptkabine, in der die traditionellen Business und Economy Kabinenklassen durch personalisierte Zonen ersetzt werden. Hier können sich die Reisenden erholen, Spiele spielen und sich mit Mitreisenden oder Freunden und Familie zu Hause unterhalten.

Der Trend geht weg vom „one size fits all“-Ansatz. Die Zukunft liegt in Sitzen, die sich der Körperform individuell anpassen. Sie bieten verschiedene Komfortstufen und werden auch den Ansprüchen einer zunehmend übergewichtigen Bevölkerung gerecht.

Die deutsche Fraunhofer-Gesellschaft hat einen Sitz mit einer vom Passagier selbst bedienbaren Klimaanlage entworfen.

Die Fachberaterin für Flugzeugdesign Catherine Barber ist sich sicher, dass Jetlags dank der Smart-Kabinenbeleuchtung in den 2020er Jahren der Vergangenheit angehören werden. Einrichtung und Inventar wird sich in Zukunft selbstständig um Reinigung und Reparaturen kümmern. Diese Innovationen werden von der Natur inspiriert und münden in schmutzabweisenden Beschichtungen und laut Airbus auch selbstreparierenden Oberflächen.

TOM genießt einige Drinks mit anderen Passagieren an der Bar im Flugzeug

Die Kommunikationsmöglichkeiten der Passagiere an Bord eines Flugzeuges werden sich gegen Ende des Jahrzehnts ebenfalls dramatisch verändern. Laut des Berichts „Connected World Transforming Travel, Transportation and Supply Chains“, des World Economic Forum aus dem Jahr 2013, stellt das Flugzeug der Zukunft eine 5G-Verbindung der nächsten Generation mit 100Mb/s Downloadgeschwindigkeit über hoch entwickelte Breitband-Satelliten standardmäßig zur Verfügung.

Somit wird jeder Sitz zu einer Kombination aus Wohnzimmer und virtuellem Büro. Er verfügt über persönliche Multimedia-Angebote wie-Filme, Musik und andere Daten. Ein Hologramm-System im Skype-Stil ermöglicht TOM Echtzeit-Unterhaltungen mit seinen Liebsten.

Ob in seinem vernetzten, klimatisierten Sitz oder aber beim freien flanieren durch die verschiedenen Zonen des Flugzeugs, die Reisezeit zu einem der aufregenden und inspirierenden neuen Urlaubsziele des Jahres 2024 wird für TOM buchstäblich wie im Flug vergehen.

TOM entspannt bei einem Wasserfall am Flughafen

: Zusammenfassung

Der Weg von zu Hause bis zum Platz im Flugzeug wird sich im kommenden Jahrzehnt nachhaltig vereinfachen. Ist dieser erste Schritt zum Urlaub heute oftmals noch zeitaufwendig und stressig, so wird er schon bald nicht mehr wiederzuerkennen sein.

Der Weg zum Flughafen der Zukunft wird Freude bereiten, denn der Reisende kann unterwegs im Internet surfen und mit Freunden und Familie - aus dem mit virtueller Technologie ausgestatteten Taxi - chatten.

Darüber hinaus wird sich der Reisende auf seine Zeit am Flughafen freuen, denn dieser hat keine Wartehalle mehr und bietet eine große Auswahl an Annehmlichkeiten. Dieses sogenannte „Aeroville“ verfügt neben den individuell einstellbaren Sitzen, virtuellen Einkaufswänden, 3D-Kinos, Swimmingpools auf dem Dach auch über ein Yoga-Zentrum im künstlich angelegten Wald.

Dank Molekularscannern, digitalen Gepäck-Etiketten, Gesichts- und Retina-Erkennungssoftware gibt es bei der Abfertigung und der Sicherheitskontrolle keine Warteschlangen mehr. Holografische Mitarbeiter geleiten TOM reibungslos zu seinem - sich seinem Körper anpassenden Sitz - der standardmäßig mit 3D-Multimedia und einer Internetverbindung ausgestattet ist.

Teil 3: Reiseziele & Hotels
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Eine Reiselandschaft in den 2020er Jahren

Um die Reise eines Reisenden in den 2020er Jahren zu verstehen, müssen wir uns mit den technischen, ökonomischen und sozialen Kräften, die die globale Reiseindustrie in den nächsten zehn Jahren verändern werden, auseinandersetzen.

Der wahrscheinlich weitreichendste Faktor ist das Wachstum zur Erlangung digitalen Reife. Cyberspace und die mit ihm verbundenen Technologien sind 2014 schon nicht mehr neu und überraschend. Sie sind ein fester Bestandteil unseres Lebens.

464 Millionen Chinesen, also 34.5% der Gesamtbevölkerung Chinas greifen laut dem China Internet Network Information Center mit dem Handy oder anderen mobilen Geräten auf das Internet zu. Den größten Bevölkerungszuwachs wird Asien in der Mittelschicht erleben, die sich laut der US-Denkfabrik Brookings Institution bis 2020 auf 1.7 Milliarden verdreifachen wird. Darüber hinaus wird deren Kaufkraft das globale Verhalten und die Meinungen im Zusammenhang mit digitalen Technologien stark beeinflussen.

Im Jahre 2024 werden der Zugang zum Internet und die Geräte, die diesen Zugang ermöglichen, genauso alltäglich erscheinen wie elektrisches Licht oder Zentralheizungen heute. Die Technologie wird lückenlos in den Alltag des Reisenden in Industrie- und Entwicklungsländern integriert sein. Laut Cisco Systems wird es 2020 rund 50 Milliarden Geräte geben, die auf das Internet zugreifen.

Gleichzeitig wird es einen explosionsartigen Anstieg von Reisen aus den neuen Schwellenländern in den einzelnen Regionen der aufblühenden Märkte Asiens, Südamerikas und Afrikas geben, da die Kaufkraft der dortigen Verbraucher stark ansteigt.

Laut der Boston Consulting Group wird Asien, die größte und am schnellsten wachsende Regionalwirtschaft, sein Bruttoinlandsprodukt auf 67 Billionen US-Dollar verdoppeln und weit über den gemeinsamen Bruttoinlandsproduktprognosen Europas und Amerikas liegen.

Millionen Reisende aus den aufblühenden Märkten leiten eine Ära der globalen Mobilität ein und die globale Reiseindustrie, sowie die Nachfrage an Reisemöglichkeiten werden im nächsten Jahrzehnt sehr schnell wachsen.

Das World Travel & Tourism Council prognostizierte einen Zuwachs an Reisen um 3,2%. Damit übersteigt der Zuwachs an Reisetätigkeit den prognostizierten Anstieg des weltweiten BIP von 2,4% weit. Dieser Unterschied zeigte sich 2012 noch stärker, als China und Südafrika eine 7-prozentige und Indonesien eine 6-prozentige jährliche Reisezunahme vermeldeten.

Die finanzielle Überschwänglichkeit der aufblühenden Märkte ist ein notwendiges globales Gegenmittel gegen die anhaltenden wirtschaftlichen Turbulenzen. Das Reiseverhalten der schrumpfenden Märkte wird d– die Wirtschaften in Europa und den Vereinigten Staaten, deren Wachstum in den letzten fünf Jahren aufgrund von Verschuldungen und Sparmaßnahmen zurückgegangen ist - beeinflusst.

Der weltweite Travel Trends Report 2012/2013 der IPK International besagt: „Eine zunehmende Anzahl dieser Länder kann seine Schulden nicht begleichen. Die Schuldenkrise hat noch kein Ende gefunden und die daraus resultierenden negativen Einflüsse auf das Reiseverhalten, die sogenannte abwärts gerichtete Mobilität in Westeuropa, den USA und Japan kann dabei nicht ausgeklammert werden.“

Der soziale Faktor ist ebenfalls bei der Betrachtung der weltweiten Reiseindustrie in den 2020er Jahren zu beachten. Dabei stellt der demografische Wandel eine tickende Zeitbombe dar, denn die Weltbevölkerung altert so schnell wie nie zuvor.

Im zurückliegenden Jahrhundert ist die Sterblichkeitsrate so stark zurückgegangen wie nie zuvor und gleichzeitig stieg die Lebenserwartung laut der Vereinten Nationen (UN) weltweit von 47 (1950-1955) auf 69 Jahre (2005-2010) an.

Gab es 1950 noch etwa doppelt so viele Kinder unter 15 Jahren als Erwachsene über 60 so wird die Zahl der Erwachsenen über 60 im Jahr 2050 die Zahl der Kinder im Verhältnis 2:1 überwiegen.

Nicht zuletzt deshalb kann unser Reisender 2024 in einer Welt reisen, in der die Nachfrage nach neuen Erlebnissen der aufblühenden Märkte aufgewogen, wird durch die finanzielle Vorsicht der sich noch erholenden Schrumpfmärkte Europas und der Vereinigten Staaten.

Außerdem wird es eine Selbstverständlichkeit sein, dass alle Teile der Reise, von der Recherche und Buchung bis hin zum Transfer und Flug, mit der aktuellsten Technologie vorgenommen werden und alles einwandfrei funktioniert.




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Forschungsmethoden

Dieser Skyscanner-Bericht wurde von einem 56-köpfigen Team aus Editoren, Forschern und Futurologen in wichtigen internationalen Städten erarbeitet, um ein genaues Bild der bahnbrechenden Technologien und aufregenden neuen Reiseziele der Reiseindustrie der 2020er Jahre zu erstellen. Zusätzlich wurden bestehende Publikationen, Unternehmensberichte, Zitate und Dokumente aus Print- und Onlinequellen analysiert und ausgewertet.

Die Experten

Wir haben die Reisetechnologien und -verhalten der nahen Zukunft mithilfe des Wissens weltbekannter Experten, wie zum Beispiel des Futurologen Daniel Burrus, dem Autor von „Technotrends: 24 Technologien, die unser Leben revolutionieren werden“ und Reisefuturologen Dr. Ian Yeoman, untersucht.

Wir haben auch auf die Hintergrundlektionen von Digitalstratege Daljit Singh, von Microsoft GB Chief Envisioning Officer, Dave Coplin, vom künstlerischen Direktor des Google Creative Lab, Steve Vranakis, vom Professor der Kybernetik an der Universität Reading, Kevin Warwick sowie von Martin Raymond, dem Mitbegründer des Future Laboratory und Autor der Bücher „CreATE“, „The Tomorrow People“ und „Trend Forecaster's Handbook“ zurückgegriffen.

Bei Skyscanner haben wir mit den folgenden Experten gesprochen und sie, wo möglich, direkt im Bericht zitiert: Vorstandsvorsitzende Margaret Rice-Jones, Generaldirektor und Mitgründer Gareth Williams, technischer Leiter Alistair Hann, Firmenkundengeschäftsleiter Filip Filipov, Direktor der Hotelabteilung Nik Gupta und Produktmarketing Manager Dug Campbell.

Zusammen mit allem obengenannten verwendeten wir auch noch das Online-Netzwerk LS:N Global des Future Laboratory und die Ergebnisse der jährlichen Zukunftsberichte des Future Laboratory über Reise, Technologie, Ernährung und Gastfreundschaft.




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Das Reisen der Zukunft - Teil 1 PDF (2.5Mb)


Das Reisen der Zukunft - Teil 2 PDF (2.5Mb)







Das Reisen der Zukunft - Teil 3 PDF (2.5Mb)







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Thomas Homolka

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