Teil 3: Reiseziele & Hotels

Aufregende Reiseerlebnisse erwarten den
Reisenden der 2020er Jahre

Der dritte Teil berichtet von neuen und aufregenden Reisezielen, aus denen TOM (Reisender des Jahrtausends) wählen kann, ebenso wie von den Erlebnissen, die er haben wird und von den Orten, an denen er verweilen wird.

TOM übernachtet in einem Weltraumhotel

Das Hotelzimmer der Zukunft

Zehn Jahre sind eine lange Zeit in der Hoteltechnologie und bereits im nächsten Jahrzehnt wird das Hotelzimmer auf TOMs Zufriedenheit und digitalen Komfort ausgerichtet sein.

Skyscanners Leiter der Hotelabteilung Nik Gupta beschreibt das Hotelzimmer der Zukunft wie folgt: „In zehn Jahren ist die digitale Technologie so weit, dass Reisende vom Zeitpunkt des Eincheckens im gebuchten Hotel bis zur Abreise theoretisch keiner einzigen Menschenseele begegnen müssen.“

„Anstelle eines Standard-Hotelzimmers werden Hotels ihren Gästen mithilfe mobiler Geräte personalisierte Zimmer anbieten, um ihren Aufenthalt einzigartig zu gestalten.“

TOM verändert die Temperatur seines Hotelzimmers mit seinem Tablet

„Die Hotel-Software arbeitet dabei mit Daten aus den sozialen Netzwerken des Gastes, sodass alles im Zimmer genau auf ihn abgestimmt ist.“

Gäste erhalten ein individuelles Programm mit Vorschlägen, die ihren ganz individuellen Wünschen und Vorstellungen entsprechen: Was sie unternehmen können, welche Restaurants sich in der Nähe befinden und welche Theatervorstellungen es zu sehen gibt.

TOM stehen 2024 eine Reihe von intuitiven und eingebetteten Softwaresystemen zur Verfügung, die es ermöglichen, sein Hotelerlebnis vom ersten Moment an zu personalisieren.

Erste Anzeichen für diesen Trend findet man bereits im Peninsula-Hotel in Hongkong, wo Gäste mit ihren Tablets schon Licht, Gardinen, Temperatur und Fernseher kontrollieren oder Essen bestellen, einen Termin im Wellness-Center machen, Tagesfahrten planen können..

Die neue Concierge App von Conrad, der Luxusmarke von Hilton, arbeitet ebenfalls mit diesen neuen Technologien. So kann sie von den Gästen verwendet werden, um ihre gewünschte Badezimmer-Ausstattung auszuwählen oder aber auch ein Frühstück während der morgendlichen Jogging-Runde im Park zusammenzustellen.

TOM nutzt die Anzeige auf der interaktiven Hotelzimmer-Wand

Der Futurologe Ian Pearson prognostiziert, dass Hotelzimmer in naher Zukunft diese Technologie auf eine neue Ebene bringen werden. Hotelzimmer werden über Kopfkissen mit eingebauter Elektronik verfügen, die sanfte Kopf- und Nackenmassagen zum besseren Einschlafen geben, sowie Weckrufe vornehmen kann. Darüber hinaus werden sie holografische Systeme bereitstellen, die dreidimensionale Bilder von Personal Trainern, Filmfiguren, Freunden und Familienmitgliedern darstellen können. Mit Sensoren ausgestattete Schlafanzüge, mit denen man den Blutzuckerspiegel und andere Körperfunktionen überwachen kann, werden darüber hinaus ebenso zum Alltag gehören.

Fortschritte im Bereich Gesundheit und Wohlbefinden des Gasts sind bereits im 'Stay Well'- Zimmer des MGM Grand in Las Vegas zu bestaunen. Dort wurde die Raumbeleuchtung so konzipiert, dass sie die innere Uhr von unter Jetlag leidenden Gästen zurücksetzt. Das Wasser in der Dusche ist mit Vitamin C angereichert und die Luft besonders gefiltert. Auf Wunsch wird sie zusätzlich mit Aromastoffen versehen.

Das spanische Designstudio Serrano Brothers zeigt ein Hotelzimmer der Zukunft mit interaktiven Wänden, die dazu in der Lage sind Filme, atemberaubende Bilder und Videonachrichten von Freunden wiederzugeben.

Darüber hinaus können diese Wände auch „einfrieren“ um, somit etwas mehr Privatsphäre zum Duschen oder Umziehen zu gewähren.

Laut der Zeitschrift New Scientist ist die Entwicklung von großflächigen, ultradünnen Fernsehbildschirmen mit organischen Leuchtdioden (OLED) und digitalen Wänden von Herstellern wie News Digital Systems (NDS) lediglich ein Vorbote für die Ankunft der alleskönnenden interaktiven Hotelwand.

Diese Bildschirme werden vom Smartphone des Hotelgastes gesteuert, benötigen keine Seitenbeleuchtung und können Bilder im Kachelformat auf einer Wand anzeigen.

TOM genießt eine therapeutische Lichtdusche in seinem futuristischen Badezimmer

Es gibt allerdings noch weitere geplante Neuerungen: Auch Hotelbadezimmer werden neu entworfen. Eingebaute Smart-Meter reduzieren den Wasserverbrauch, während Bewegungsmelder und galvanische Seitenwände in der Dusche die Temperatur, den Wasserfluss und die Wasserbeschaffenheit verändern und Vitamin C abgeben. Badewannen haben eingebaute chromatherapeutische Lichter - lila zur Entspannung der Muskeln, gelb zur Förderung der Verdauung oder blau zur Stimulierung.

Bereits heute gibt es Prototypen von Waschmaschinen und Duschen, die lediglich mit der Hilfe von Ultraschall unsere Klamotten und Körper reinigen. Eine Variation aus Lichtern – von rot bis grün – wird anzeigen, wie sauber wir sind.

„Diese Entwicklung steht noch am Anfang“, sagt der Mitbegründer des Future Laboratory Martin Raymond. „Die Technologie ist jedoch bereits vorhanden. Probleme bereitet den Forschern lediglich noch der negative Einfluss der Hochfrequenz-Töne auf unser Trommelfell. Diese könnten davon verletzt werden. Eingesetzt wird die Technik jedoch bereits um beispielsweise unsere Bettlaken in Hotels zu säubern.“

Das Cyber-Spiegelsystem von Cybertecture verwandelt deckenhohe Spiegel in gestengesteuerte Touchscreens, so dass Hotelgäste auch beim Zähneputzen Zugriff auf alle Daten in der Cloud haben.

3D-Drucker, wie der MakerBot, werden in Hotelzimmern zur Verfügung stehen um Badezimmer-Ausstattung wie Zahnpasta oder Seife zu drucken.

Raumschiff ist startbereit

Hoch oben und tief unten

Im Jahr 2024 ist der Weltraum das ultimative Reiseziel für TOM, denn das Reisen in die Erdumlaufbahn ist nun ein erschwinglicher Teil des Luxusmarktes. Unterwasserhotels, die es schon heute an einer Reihe von Reisezielen gibt, werden zu einem Mainstream-Reiseziel, das für viele ganz oben auf ihrer Reiseliste steht.

Weltraumreisen

Bereits heute kämpfen private Unternehmen darum, dass der Weltraum ein Reiseziel für gut-situierte Reisende wird und nicht ausschließlich Milliardären zur Verfügung steht. Einige Projekte denken noch weiter und planen bereits gewerbliche Flüge zum Mars.

Der Futurologe Daniel Burrus sagt: „In etwas mehr als zehn Jahren werden wir günstigere Weltraumreisen buchen und auch lange genug dort verweilen können, um die aufregende, fremdartige Umgebung zu genießen.“

Ein High-Tech-Heliumballon wird verwendet, um an den Rand der Erd-Atmosphäre zu reisen

„Relativ erschwingliche Reisen in die niedrigen Umlaufbahnen, auf denen man ein paar Minuten lang schwerelos wird und mit denen man andere neidisch machen kann, wird es jedoch schon früher geben.“

Das Wettrennen in den Weltraum wird zunächst nur Unerschrockene an die Grenzen der Erdatmosphäre bringen.

Ab 2016 wird die Firma World View Enterprises Passagiere in einer Druckkabine, die unter einem hochtechnisierten, 400.000 Kubikmeter großen Heliumballon befestigt ist, 30 Kilometer über die Erdoberfläche fliegen.

Für ein 75.000 US-Dollar teures Ticket wird ein Blick auf die Erdkrümmung verfügbar sein, der bislang ausschließlich Astronauten vorbehalten war.

Weltraumreisen werden der nächste Urlaubs-Hit und einige Unternehmen arbeiten bereits jetzt daran, diese Reisen erschwinglicher zu machen: 2011 vermeldete SpaceX einen Durchbruch im Bereich wiederverwendbarer Raketentechnik. Diese haben sie mit der neusten Version ihres Raumschiffes aus dem Mai 2014 weiterentwickelt, dass sie für das Ziel der Kolonialisierung des Mars‘ entwickelt haben.

Futuristisches Gebäude auf dem Mond

Die europäische Weltraumorganisation und das Architekturbüro Foster + Partner planen eine Kolonie auf dem Mond zu bauen. Eine aufblasbare Gebäudestruktur wird von der Erde auf den Mond transportiert und mit einer Hülle abgedeckt, die ein 3D-Drucker produziert, sagen die Forscher.

Skyscanner’s CEO Gareth Williams ist sich sicher: „Ohne jeden Zweifel, Weltraumtourismus wird zunehmend populärer und auch günstiger werden. Die Frage „Was für die Mehrheit der Menschen erschwinglich ist?“ ist jedoch äußerst willkürlich, führt man sich vor Augen, dass wir auf einem Planeten mit 7 Milliarden Menschen leben.“

„Ich gehe davon aus, dass wir die Besiedelung des Mars erleben werden und der Traum von Mars One oder Elon Musk’s Vision Realität werden, noch bevor sich Weltraumreisen für die breite Masse der Menschen durchgesetzt hat.“

Schwerelose Wellness-Bereiche und luftige Einkaufszentren werden in diesem - nach wie vor auf der Erde beheimateten - Hotel verfügbar sein. Darüber hinaus wird das – durch Windkanäle simulierte Gefühl der Schwerelosigkeit ebenso zum „Raumfahrt-Erlebnis“ beitragen wie der täuschend echte Ausblick auf Galaxien durch die Kabinenfenster.

Weltraumflugzeuge, die in niedriger Erdumlaufbahn die Welt umkreisen

„Noch spannender als die Möglichkeit ins All zu fliegen, wird die verkürzte Flugzeit auf interkontinentalen Flügen“, ist sich Skyscanners Filip Filipov sicher. „Das wird wirklich futuristisch.“

„Weltraumreisen werden ein grundlegender Meilenstein für die Menschheit“, sagt er. I „insbesondere wenn Unternehmen wie Virgin Galactic und SpaceX ihre Mission erfüllen.“

„Noch aufregender ist der Gedanke, wozu all diese Technologie aus der Weltraumforschung im kommerziellen Flugwesen verwendet werden könnte. Würde dieselbe Technologie, die das Virgin Galactics Raumschiff in 2,5 die Erde verlassen lässt, im kommerziellen Flugwesen verwendet, so könnte die Flugzeit zwischen London und Sydney ebenfalls lediglich 2,5 Stunden betragen. Gelingt es uns die Zeitbarrieren zu brechen, wird das Reisen noch einfacher und schneller werden.“

Tom sitzt in einem Sessel im Unterwasser-Hotel

Unterwasser Abenteuer

Auch das Reisen auf den Grund des Meeres entwickelt sich immer mehr zum Trend-Reiseziel für TOM und stellt damit eine preisgünstigere Alternative zum Weltraum als Reiseziel dar.

Unterwasserhotelzimmer gibt es bereits heute. Zwar stellen Sie bislang noch ein Nischen-Segment dar, andererseits sind sie jedoch bereits heute ebenso außergewöhnliche wie spannende Reiseziele. Die Neptun und Poseidon Suiten des Atlantis Hotel auf The Palm in Dubai gelten als romantischer Unterschlupf mit einzigartigen Panorama-Glaswänden. Sie bieten eine wunderschöne Aussicht auf das mit farbenfreudigen Fischen gefüllte Meer.

Die Jules Undersea Lodge in Florida, die mit U-Boot-Technologie und -materialien errichtet wurde, gibt Gästen schon seit 1986 die Möglichkeit, rund 10 Meter unter der Meeresoberfläche zu wohnen.

Das Water Discus Hotel in Dubai

Im Rahmen einer neuen Innovationswelle plant die Reiseindustrie heute ganze Hotels im Meer und nicht nur einzelne Zimmer oder Suiten. Man kann somit davon ausgehen, dass der Unterwasser-Urlaub bis 2024 etabliert sein wird.

Das Water Discus Hotel in Dubai ist das erste seiner Art.

Die Eröffnung ist für 2015 geplant, der Bau des rund neun Meter unter dem Meeresspiegel liegenden Hotels hat bereits begonnen. Aquarienartige Fenster in 21 Suiten und Bereichen, ermöglichen es den Gästen, im Tauchanzug die Umgebung zu erkunden.

Das Hotel hat einen Wellness-Bereich, Garten und Swimmingpool, es wird sich unter Wasser drehen und kann im Notfall innerhalb von 15 Minuten an die Oberfläche gleiten.

Skyscanners Geschäftsführer Gareth Williams prognostiziert, dass Unterwasserreisen den Weltraumtourismus in den 2020er Jahren übertrumpfen werden: „Ich nehme an, dass sich die Erforschung der Unterwasserwelt für die Massen schneller entwickelt als der Massen-Weltraumtourismus. Außerdem sehe ich einen höheren Nutzen für den Reisenden unter Wasser, als das im Weltraum der Fall ist.“

TOM ausserhalb seiner Urlaubsunterkunft

Zum Anfassen nah: Auf der Suche nach einem authentischen und persönlichen Reiseerlebnis

Reisende im Jahr 2024 werden mit Peer-to-Peer Reisetrends, also dem Mieten von Unterkünften bei Privatpersonen. sowie Home-Hotels ihr Reiseziel durch die Augen eines Einheimischen wahrnehmen.

Haustausch wurde 2008 im Rahmen der weltweiten Finanzkrise schon von Unternehmen wie Airbnb eingeführt, da die Nachfrage nach authentischen, einheimischen Erlebnissen für jeden Geldbeutel enorm zunimmt.

Laut Forbes stiegen die Einnahmen, die durch geteilte Dienstleistungen, wie Parking Panda, SnapGoods und On Liquid in die Taschen von Einzelpersonen flossen, bis 2013 auf 3,5 Milliarden US-Dollar an.

TOM bei einer Dinner-Club-Veranstaltung

Es sind nicht nur die Unterkunftsmöglichkeiten, die es den Gästen ermöglichen wie die einheimische Bevölkerung zu leben, sondern mittlerweile auch die regionalen Kulinarik-Erlebnisse.

Sogenannte Dinner-Clubs, ein Abend inklusive Abendessen im Haus einer Privatperson, gewinnen ebenfalls zunehmend an Popularität. Die Webseite „Find a Supper Club“, auf der man ganz leicht Luxusclubs in Europa und den USA findet, hat mittlerweile fast 7.000 Mitglieder.

Im nächsten Jahrzehnt wird ieser Trend der sogenannten „shared services“ verstärkt auftreten. „In Zukunft wird dieser kooperative Reisetrend eine deutliche Abnahme von Hotelzimmerbuchungen zur Folge haben“, sagt B. Joseph Pine II, der Mitverfasser des Buches „The Experience Economy: Work is Theatre and Every Business a Stage“ und Mitgründer von Strategic Horizons.

„Ich denke, dass etwa 5 bis 10 Prozent der Bevölkerung ihr Zuhause an Reisende vermieten werden und das ist wirklich eine enorm große Zahl.“

„Für diejenigen, die wirklich auf der Suche nach etwas Authentischem sind, gibt es nichts Vergleichbares.“

Ein Tablet zeigt eine Weltkarte

Der Futurologe Daniel Burrus betont ebenfalls den großen Einfluss der Sozialen Netzwerke auf die Reiseindustrie und unsere Suche nach einem – für unsere Bedürfnisse und Anforderungen angepasstes - Reiseerlebnis. Soziales Reisen wird in den nächsten fünf Jahren zu einem festen Bestandteil der Reiseindustrie werden. Soziale Medien werden Reisenden und Anbietern für die verschiedensten Reisen als Kommunikationsmittel dienen.“

Filip Filipov prognostiziert, dass sich dieser Trend bis in die 2020er Jahre fortsetzen wird.

Kollaboratives Reisen und Dienstleistungen sind erfolgreich, da die Menschen ihren Familie, Freunden und Bekannten vertrauen. „Wir vertrauen auf die Meinung der Masse“, sagt er.

„Sie spielt eine unheimlich große Rolle, wenn wir unsere Entscheidungen fällen und neue Reisemöglichkeiten entdecken.“

TOM fotografiert ein Nashorn.

Die ersten und die letzten Reisenden:

Neu zugängliche Regionen und verschwindende Lebensräume

Vor dem Hintergrund des rasanten Wachstums von sozialen Netzwerken, wird auch der Trend, den Urlaub als Statussymbol auf diesen Plattformen zur Schau zu stellen, bis 2024 deutlich zunehmen.

TOM wird nach Reiseerlebnissen suchen, auf die Freunde und Familie neidisch werden.

Das kann auf folgende zwei Arten geschehen: TOM kann mit einer Reise in verbotene Regionen, in Länder und Regionen, die durch Konflikte oder politische Probleme als unzugänglich erklärt wurden, im Mittelpunkt stehen, indem er sie als einer der Ersten besucht.

Die zweite Möglichkeit ist, dass er vom Aussterben bedrohte Gebiete und Tierwelten besucht, dann kann er sich damit rühmen, einer der Letzten gewesen zu sein.

Da diese Gebiete oder Tiere sehr selten sind und Umweltschützer die Welt auf diese Probleme aufmerksam machen wollen, werden sie diese möglicherweise einigen einflussreichen Touristen zugänglich machen, damit diese anderen auf sozialen Netzwerken mitteilen, was sie gesehen haben.

Filip Filipov von Skyscanner prognostiziert, dass Reisen in verbotene Regionen in den 2020er Jahren sehr begehrt sein werden. „Reisende aus den Industrie- und Schwellenländern werden nach etwas Neuem und Einzigartigem suchen und Länder in Afrika, Asien und Lateinamerika besuchen, in denen ihre Freunde noch nie gewesen sind“, sagt Filipov.

Vor allem der rasante Zuwachs an chinesischen Reisenden wird einer der Hauptwachstumstreiber für Reisen in verbotene Gebiete sein. „Darüber hinaus wird es eine Flut von chinesischen Touristen in klassischen Reisezielen wie Paris, Rom und New York in den 2020er Jahren geben“, prognostiziert Daniel Burrus.

„Viele Menschen werden sich von den klassischen Reisezielen abwenden, da sie schlichtweg zu überfüllt sein werden. Stattdessen werden sie versuchen mit Hilfe ihrer digitalen Reisebegleiter/-planer versteckte Reise-Juwelen zu finden, die bislang vom Massentourismus unentdeckt geblieben sind.“

Der Reisefuturologe Dr. Ian Yeoman stimmt dem zu: „In den 2020er Jahren werden Länder wie Afghanistan, Nordkorea und Iran zu beliebten Reisezielen, da Reisende die ersten sein wollen, die ein bestimmtes Land besuchen.“

„In Afrika könnte Botswana zu einem populären Reiseziel werden. Die Wirtschaft des Landes floriert, es ist sicherer als Südafrika und man findet dort sehr schöne Nationalparks. China investiert viel in Angola, was dafür spricht, dass es ebenfalls schon bald zu einem der begehrtesten Reiseziele avanciert.

„Der Libanon wird zum neuen Dubai, wenn sich seine politische Situation weiterhin verbessert. Bhutan wird zu einem der beliebtesten Luxusreisezielen weltweit.“

Der erste Reisende in einer Tabuzone zu sein bringt dem Waghalsigen 2024 soziale Anerkennung. Dieser wird aber genau dieselbe Anerkennung erhalten, wenn er das letzte Nashorn, den letzten Tiger oder Orang Utan in der Wildnis sieht oder einen „verlorenen“ Stamm besucht, bevor die Traditionen in der immer weiter vordringenden globalen Kultur verloren gehen.

Wie Raynald Harvey Lemelin, der Mitherausgeber des Buches „Last Chance Tourism: Adapting Tourism Opportunities in a Changing World“ sagt: „In der Vergangenheit ließ der Wunsch „der Erste zu sein“ viele an die exotischsten Ecken der Welt eilen. Aber in einer sich rasch wandelnden Welt wird der Wunsch einer der Letzten zu sein zu einem neuen Reisephänomen.“

Einer dieser Reisetrends wird der Wettlauf gegen das Aussterben. Reisende, insbesondere aus den Industrieländern, werden durch die Welt reisen um sich Arten anzusehen, die es nicht mehr lange in freier Natur geben wird.

„Viele Reisende wollen die Eisbären unbedingt in natura sehen, bevor die globale Erwärmung sie noch mehr beeinträchtigt“, sagt Rick Guthke, Geschäftsführer vom Reiseveranstalter Natural Habitat Adventures.

Zehntausende Touristen besuchen jedes Jahr den Norden Kanadas, um sich Eisbären anzusehen, die durch das immer schneller schmelzende Packeis ihre traditionellen Seehundjagdgebiete nicht mehr erreichen können.

Weitere gefährdete Arten, die laut Wissenschaftlern im Laufe des nächsten Jahrzehnts aussterben werden, umfassen Lederschildkröten (Indischer Ozean), Zweifarbentamarine (Manaus, Brasilien), Spitzmaulnashörner (Westafrika), China-Alligator (Jangtse), Glattnasen-Freischwänze (Seychellen), Damagazellen (Tschad), Baktrische Kamele (Wüste Gobi), Breitstirnwombats (Australien), iberische Luchse (Spanien) und Sumatra-Orang-Utans (Borneo und Sumatra).

Einem Bericht des Daily Telegraph zufolge sind sich die meisten Tierschützer einig, dass den Einnahmen aus dem Tourismus eine zentrale Bedeutung beim Kampf für den Erhalt bedrohter Arten zukommt.

„Die Schlussfolgerung daraus lautet: Wenn wir den Tourismus stoppen, stoppen wir damit auch den Schutz bedrohter Arten“, so der kenianische Wildlife-Experte Jonathan Scott. „Wenn die Leute mich fragen Wie können wir helfen? Lautet meine Antwort: Durch eine Safari.“ Wildlife-Tourismus ist keine Option, sondern eine Notwendigkeit, denn er bezahlt die Rechnungen von Wildparks, welche die Tierwelt schützen. Ohne Einnahmen aus dem Tourismus könnte man die übrig gebliebenen Arten direkt in die Hände von Wilderern geben.“

Diese und weitere Aussagen werden TOM ermutigen, zukünftig eine Ökotourismus-Initiative zu besuchen. Sein Besuch ist dabei auch ein Statement für den Schutz bedrohter Arten. Gleichzeit kommt er seinem persönlichen Interesse nach, die Spezies und den Lebensraum zu besichtigen solange sie noch existieren.

„Ego-Tourismus ist eine Form des Ökotourismus. In der Vergangenheit wollten die Menschen reisen, um als Erstes anzukommen, jetzt wollen sie Dinge sehen, bevor sie verschwinden“, sagt Rosaleen Duffy, Autorin von „Nature Crime: How We’re Getting Conservation Wrong“.

Schlussfolgerung

Bis 2024 wird sich nicht nur das Hotelzimmer, in dem TOM unterkommt, durch Fortschritte der Technologie komplett verändert haben, sondern auch die Reiseziele, an denen sich das Hotel befindet.

Stark individualisierte Hotelsuiten haben gestengesteuerte interaktive Wände, die auch als Videobildschirme, Kommunikationsgeräte oder Frostglas-Sichtschutz dienen. Vitamin C-Duschen, Türschlösser mit Netzhautscannern, elektronische Kissen, die Hotelgäste in den Schlaf massieren und holografische Personal-Trainer sind ebenfalls Teil des Pakets.

Aufregende Reiseziele des nächsten Jahrzehnts umfassen Flüge und sogar Aufenthalte in der Erdumlaufbahn, Urlaube in Unterwasserhotels und Reisen, bei denen Urlauber als Erstes ehemalige Problemländer in Asien, Afrika und im Mittleren Osten kennenlernen. Eine weitere Alternative werden Reiseziele sein, bei denen Menschen als einer der letzten bestimmte Arten oder Gebiete besuchen, die vom Klimawandel oder menschlichen Übergriffen bedroht sind.

Kollaboratives Reisen wird in den 2020er Jahren immer beliebter, Millionen von Menschen werden ihr Zuhause an Touristen vermieten und Hotels werden diesen Trend ebenfalls aufgreifen, um ein immer persönlicheres Ambiente zu schaffen.

Zusammenfassung
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Eine Reiselandschaft in den 2020er Jahren

Um die Reise eines Reisenden in den 2020er Jahren zu verstehen, müssen wir uns mit den technischen, ökonomischen und sozialen Kräften, die die globale Reiseindustrie in den nächsten zehn Jahren verändern werden, auseinandersetzen.

Der wahrscheinlich weitreichendste Faktor ist das Wachstum zur Erlangung digitalen Reife. Cyberspace und die mit ihm verbundenen Technologien sind 2014 schon nicht mehr neu und überraschend. Sie sind ein fester Bestandteil unseres Lebens.

464 Millionen Chinesen, also 34.5% der Gesamtbevölkerung Chinas greifen laut dem China Internet Network Information Center mit dem Handy oder anderen mobilen Geräten auf das Internet zu. Den größten Bevölkerungszuwachs wird Asien in der Mittelschicht erleben, die sich laut der US-Denkfabrik Brookings Institution bis 2020 auf 1.7 Milliarden verdreifachen wird. Darüber hinaus wird deren Kaufkraft das globale Verhalten und die Meinungen im Zusammenhang mit digitalen Technologien stark beeinflussen.

Im Jahre 2024 werden der Zugang zum Internet und die Geräte, die diesen Zugang ermöglichen, genauso alltäglich erscheinen wie elektrisches Licht oder Zentralheizungen heute. Die Technologie wird lückenlos in den Alltag des Reisenden in Industrie- und Entwicklungsländern integriert sein. Laut Cisco Systems wird es 2020 rund 50 Milliarden Geräte geben, die auf das Internet zugreifen.

Gleichzeitig wird es einen explosionsartigen Anstieg von Reisen aus den neuen Schwellenländern in den einzelnen Regionen der aufblühenden Märkte Asiens, Südamerikas und Afrikas geben, da die Kaufkraft der dortigen Verbraucher stark ansteigt.

Laut der Boston Consulting Group wird Asien, die größte und am schnellsten wachsende Regionalwirtschaft, sein Bruttoinlandsprodukt auf 67 Billionen US-Dollar verdoppeln und weit über den gemeinsamen Bruttoinlandsproduktprognosen Europas und Amerikas liegen.

Millionen Reisende aus den aufblühenden Märkten leiten eine Ära der globalen Mobilität ein und die globale Reiseindustrie, sowie die Nachfrage an Reisemöglichkeiten werden im nächsten Jahrzehnt sehr schnell wachsen.

Das World Travel & Tourism Council prognostizierte einen Zuwachs an Reisen um 3,2%. Damit übersteigt der Zuwachs an Reisetätigkeit den prognostizierten Anstieg des weltweiten BIP von 2,4% weit. Dieser Unterschied zeigte sich 2012 noch stärker, als China und Südafrika eine 7-prozentige und Indonesien eine 6-prozentige jährliche Reisezunahme vermeldeten.

Die finanzielle Überschwänglichkeit der aufblühenden Märkte ist ein notwendiges globales Gegenmittel gegen die anhaltenden wirtschaftlichen Turbulenzen. Das Reiseverhalten der schrumpfenden Märkte wird d– die Wirtschaften in Europa und den Vereinigten Staaten, deren Wachstum in den letzten fünf Jahren aufgrund von Verschuldungen und Sparmaßnahmen zurückgegangen ist - beeinflusst.

Der weltweite Travel Trends Report 2012/2013 der IPK International besagt: „Eine zunehmende Anzahl dieser Länder kann seine Schulden nicht begleichen. Die Schuldenkrise hat noch kein Ende gefunden und die daraus resultierenden negativen Einflüsse auf das Reiseverhalten, die sogenannte abwärts gerichtete Mobilität in Westeuropa, den USA und Japan kann dabei nicht ausgeklammert werden.“

Der soziale Faktor ist ebenfalls bei der Betrachtung der weltweiten Reiseindustrie in den 2020er Jahren zu beachten. Dabei stellt der demografische Wandel eine tickende Zeitbombe dar, denn die Weltbevölkerung altert so schnell wie nie zuvor.

Im zurückliegenden Jahrhundert ist die Sterblichkeitsrate so stark zurückgegangen wie nie zuvor und gleichzeitig stieg die Lebenserwartung laut der Vereinten Nationen (UN) weltweit von 47 (1950-1955) auf 69 Jahre (2005-2010) an.

Gab es 1950 noch etwa doppelt so viele Kinder unter 15 Jahren als Erwachsene über 60 so wird die Zahl der Erwachsenen über 60 im Jahr 2050 die Zahl der Kinder im Verhältnis 2:1 überwiegen.

Nicht zuletzt deshalb kann unser Reisender 2024 in einer Welt reisen, in der die Nachfrage nach neuen Erlebnissen der aufblühenden Märkte aufgewogen, wird durch die finanzielle Vorsicht der sich noch erholenden Schrumpfmärkte Europas und der Vereinigten Staaten.

Außerdem wird es eine Selbstverständlichkeit sein, dass alle Teile der Reise, von der Recherche und Buchung bis hin zum Transfer und Flug, mit der aktuellsten Technologie vorgenommen werden und alles einwandfrei funktioniert.




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Forschungsmethoden

Dieser Skyscanner-Bericht wurde von einem 56-köpfigen Team aus Editoren, Forschern und Futurologen in wichtigen internationalen Städten erarbeitet, um ein genaues Bild der bahnbrechenden Technologien und aufregenden neuen Reiseziele der Reiseindustrie der 2020er Jahre zu erstellen. Zusätzlich wurden bestehende Publikationen, Unternehmensberichte, Zitate und Dokumente aus Print- und Onlinequellen analysiert und ausgewertet.

Die Experten

Wir haben die Reisetechnologien und -verhalten der nahen Zukunft mithilfe des Wissens weltbekannter Experten, wie zum Beispiel des Futurologen Daniel Burrus, dem Autor von „Technotrends: 24 Technologien, die unser Leben revolutionieren werden“ und Reisefuturologen Dr. Ian Yeoman, untersucht.

Wir haben auch auf die Hintergrundlektionen von Digitalstratege Daljit Singh, von Microsoft GB Chief Envisioning Officer, Dave Coplin, vom künstlerischen Direktor des Google Creative Lab, Steve Vranakis, vom Professor der Kybernetik an der Universität Reading, Kevin Warwick sowie von Martin Raymond, dem Mitbegründer des Future Laboratory und Autor der Bücher „CreATE“, „The Tomorrow People“ und „Trend Forecaster's Handbook“ zurückgegriffen.

Bei Skyscanner haben wir mit den folgenden Experten gesprochen und sie, wo möglich, direkt im Bericht zitiert: Vorstandsvorsitzende Margaret Rice-Jones, Generaldirektor und Mitgründer Gareth Williams, technischer Leiter Alistair Hann, Firmenkundengeschäftsleiter Filip Filipov, Direktor der Hotelabteilung Nik Gupta und Produktmarketing Manager Dug Campbell.

Zusammen mit allem obengenannten verwendeten wir auch noch das Online-Netzwerk LS:N Global des Future Laboratory und die Ergebnisse der jährlichen Zukunftsberichte des Future Laboratory über Reise, Technologie, Ernährung und Gastfreundschaft.




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Das Reisen der Zukunft - Teil 1 PDF (2.5Mb)


Das Reisen der Zukunft - Teil 2 PDF (2.5Mb)







Das Reisen der Zukunft - Teil 3 PDF (2.5Mb)







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